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Die Bilanz – Teil vier – Sophie Wallner
15.05.2014 13:21

Unsere Stars in Europa

Im letzten Teil der Bilanz zur Serie "Unsere Stars in Europa" lassen wir gemeinsam mit Belgien-Export Sophie Wallner die Saison Revue passieren. Die steirische Nationalteamspielerin berichtet im Gespräch über die hochgelobte belgische Nachwuchsarbeit, versucht den Vergleich mit der AVL Women und schwärmt von den heimischen Kühen!


ÖVV: Du bist im heurigen Jahr auf den Spuren von Peter Wohlfahrtstätter in der belgischen Liga gewandelt. Wie fällt Dein Gesamteindruck aus?
Wallner: Für mich war das Jahr zweifelsfrei eine super Erfahrung und in vielerlei Hinsicht sehr lehrreich. Sportlich ist es mit meinem Verein, VC Oxyjeunes Sodraep Farciennes, gut gelaufen. Als Aufsteiger haben wir uns behauptet. Zu den Top Vier hat uns am Ende doch einiges gefehlt. Platz sieben ist dennoch ok. Summa summarum fällt die Bilanz auf jeden Fall sehr positiv aus.

Klingt nach einem Aber...
Nicht wirklich. Ich denke, dass jeder Verein ein paar Dinge besser und ein paar Dinge schlechter als andere Klubs macht. Die Organisation war wirklich sehr gut. Das Rundherum ebenfalls. Ich kann mich auf keinen Fall beschweren.

Belgien und Österreich sind sich in puncto Bevölkerungszahl recht ähnlich (11,14 bzw. 8,46 Millionen, Anm.). Im Volleyball wirkt der Unterschied aktuell wesentlich größer...
Man muss sagen, dass die Ausbildung in Belgien seit Jahren wirklich sehr groß geschrieben wird. Die räumliche Nähe (1/3 Fläche Österreich) hilft sicher mit. In zahlreichen Volleyball-Stützpunkten wird toll gearbeitet. Der dritte Platz der belgischen Damen bei der EM 2013 ist der vorläufige Höhepunkt. In der Liga ist sehr auffällig, dass es kaum ausländische Spielerinnen gibt. Einzig bei den beiden südlichen Klubs (Farciennes und Charleroi) waren mehr im Einsatz. Ansonsten setzen auch die Top Vier fast ausschließlich auf einheimische Spielerinnen.

Leidet das Niveau darunter?
Ich glaube nicht, dass sich zum Beispiel die Top vier vor dem Österreichischen Meister SV Schwechat verstecken müssen. Meister Kieldrecht hat in den vergangenen Jahren auch international tolle Ergebnisse abgeliefert und war gleichzeitig ständige Brutstätte zahlreicher internationaler Topspielerinnen. Natürlich sinkt dahinter der Level etwas. Wirklich abgefallen ist eigentlich nur eines von zehn Teams in der höchsten Liga.

Wie sah Deine Rolle im Team aus?
Wenn man eine von wenigen ausländischen Spielerinnen ist, wird man normal geholt, um in der Mannschaft Verantwortung zu tragen. In dieser Position wird man ständig hinterfragt und muss sich umso mehr beweisen. Diesem Leistungsdruck ist man im eigenen Land sicher nicht in der gleichen Form ausgesetzt. Das war neu und sehr erfahrungsbildend für mich. Für mich war auch besonders wichtig regelmäßig zu spielen. Bei Farciennes war das der Fall. Durch die konstanten Einsätze habe ich für mich viel mehr Sicherheit gewonnen.

Ist das Thema Ausland mit dieser Erfahrung bereits abgeschlossen oder strebst Du eine weitere Saison fernab der Heimat an?
Ich möchte gerne weiter im Ausland tätig sein. Das steht für mich fest. Es liegt natürlich nicht nur an mir, sondern auch daran, welche Angebote es gibt. Ich möchte jedenfalls weitere Erfahrungen sammeln und mich stetig weiterentwickeln.

Apropos Kennenlernen. Was wird Dir aus Belgien besonders in Erinnerung bleiben?
In erster Linie, wie sehr man die Qualität der Österreichischen Lebensmittel schätzen lernt. Was man in Österreich als Haltbarmilch bezeichnet, entspricht in Belgien circa einer normalen Milch. Das Fleisch war auch nicht so besonders. Die Belgier, zumindest im Süden, werden mir außerdem als englischfaul in Erinnerung bleiben. Haben sie den Eindruck, dass man ein bisschen Französisch versteht, wird Englisch vermieden. Erstaunt war ich auch über die oftmals spontanen Feierlaunen. Egal ob an einem Wochentag oder am Wochenende. Da wurde nicht viel Unterschied gemacht.

Wir hoffen, dass rund um die EM-Qualifikation der Damen (1. Turnier zwischen 21. und 23.Mai, Budocenter, Anm.) ebenfalls Partystimmung aufkommt...
Ich bin zuversichtlich gestimmt. Besonders die Slowakei und Rumänien sind allerdings harte Brocken. Bosnien-Herzegowina hat sich über die erste Runde qualifiziert und steht voll im Wettkampf. Wir freuen uns aber über die herausfordernde Aufgabe und hoffen vor heimischem Publikum überraschen zu können.
- STA


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